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Fragen und Antworten

Auf dieser Seite haben wir eine Sammlung häufiger Fragen und Antworten zum Thema Dachbegrünung zusammengestellt.

  1. Kosten: Mit welchen Kosten muss ich bei einer Dachbegrünung rechnen?
  2. Statik: Wie hoch ist die zusätzliche Gewichtsbelastung durch den Begrünungsaufbau?
  3. Wurzelschutz: Kann das Wurzelwerk die Dachabdichtung zerstören?
  4. Langlebigkeit: Was hält länger – ein Kiesdach oder ein Gründach?
  5. Fachbetriebe: Wer ist für die Ausführung zuständig?
  6. Substrat: Kann man Oberboden als Substrat für die Dachbegrünung verwenden?
  7. Optik: Wie verändert sich das Erscheinungsbild der Dachbegrünung im Jahresverlauf?
  8. Brandschutz: Wie sieht es mit der Brandgefahr von begrünten Dächern aus?
  9. Regenwasser: Lassen sich Dachbegrünung und Regenwassernutzung kombinieren?
Kosten: Mit welchen Kosten muss ich bei einer Dachbegrünung rechnen?
Extensive Dachbegrünungen sind bereits für 25–35 €/m² zu haben. Da auch für Kiesbeläge Kosten von ca. 10 €/m² angesetzt werden müssen, beträgt der Aufpreis für den grünen Schutzbelag nur 15–25 €/m². Bei Intensivbegrünungen/Dachgärten hängen die Begrünungskosten sehr stark von den individuellen Gestaltungswünschen ab.
Statik: Wie hoch ist die zusätzliche Gewichtsbelastung durch den Begrünungsaufbau?
Dünnschichtige, extensive Begrünungen belasten die Dachfläche in wassergesättigtem Zustand nur mit 60–150 kg/m². Die nachträgliche Begrünung von Kiesdächern (Kiesgewicht ca. 100 kg/m²) ist nach Entfernung der Kiesschicht in der Regel kein Problem. Auskunft über die Lastreserven Ihres Daches erhalten Sie beim Architekten, Statiker oder erfahrenen Dachdeckern.
Wurzelschutz: Kann das Wurzelwerk die Dachabdichtung zerstören?
Es gibt mittlerweile von nahezu allen Herstellern wurzelfeste Dachabdichtungen. Achten Sie dabei bitte auf das Prüfzeugnis „Wurzelfest nach FLL“. Eine nicht wurzelfeste Abdichtung kann auch durch Aufbringen einer zusätzlichen Wurzelschutzfolie geschützt werden.
Langlebigkeit: Was hält länger – ein Kiesdach oder ein Gründach?
Auch bei fachgerechter Ausführung halten nackte oder bekieste Flachdächer im Schnitt nur 15–25 Jahre. Die Ursache hierfür sind extreme Umwelteinflüsse auf dem Dachstandort, die das Abdichtungsmaterial schnell altern lassen. Auf begrünten Dächern sorgen Vegetations- und Substratschicht für einen nachhaltigen Schutz der darunter liegenden Dachabdichtung. Das anerkannte Fraunhofer-Institut schätzt die Lebensdauer eines Gründachs deshalb auf 40 Jahre.
Fachbetriebe: Wer ist für die Ausführung zuständig?
Häufig arbeiten Dachdecker und Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus bei der Begrünung von Dächern Hand in Hand. Während sich der Dachdecker um Abdichtung und Wärmedämmung kümmert, wird die anschließende Aufbringung der Substrat- und Vegetationsschicht durch Betriebe der grünen Branche geleistet. Vor Auftragsvergabe lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in die Gründach-Referenzliste der Betriebe.
Substrat: Kann man Oberboden als Substrat für die Dachbegrünung verwenden?
Oberboden ist zur Verwendung bei extensiven Dachbegrünungen nicht geeignet. Dies liegt u.a. an den im Vergleich zu mineralischen Substraten deutlich schlechteren Drän-Eigenschaften, der höheren Gewichtsbelastung und der meist unbekannten chemischen und physikalischen Bodenstruktur. Zusätzlich sorgen häufig der hohe Nährstoffgehalt und die Verunreinigung mit Unkrautsamen dafür, dass die ausgebrachte Extensivbepflanzung zu konkurrenzschwach ist, um sich dauerhaft zu etablieren. Auch bei Intensivbegrünungen muss das Substrat genau auf die Vegetation und den Dachstandort abgestimmt werden.
Optik: Wie verändert sich das Erscheinungsbild der Dachbegrünung im Jahresverlauf?
Der jahreszeitliche Verlauf der Vegetations- und Blührhythmik sorgt auch auf dem Dach für viele abwechslungsreiche Aspekte. Reine Sedumbegrünungen zeigen v.a. von Mai bis Juni ein sehr farbenkräftiges Bild. Durch die zusätzliche Bepflanzung mit trockenheitsresistenten Stauden lässt sich der Blütezeitraum auf die Monate März bis Oktober ausdehnen. Aus ökologischen und optischen Gründen sollte bei der Pflanzenauswahl gezielt auf eine artenreiche Zusammensetzung geachtet werden.
Brandschutz: Wie sieht es mit der Brandgefahr von begrünten Dächern aus?
Gepflegte Dachgärten mit intensiver Begrünung gelten als so genannte „Harte Bedachung“ und bieten Schutz vor Flugfeuer und strahlender Wärme. Auch für Dächer mit extensiver Begrünung gilt dieses Merkmal, wenn bei Substratzusammensetzung und der Anlage vegetationsfreier Schutzstreifen bestimmte Kriterien berücksichtigt werden.
Regenwasser: Lassen sich Dachbegrünung und Regenwassernutzung kombinieren?
Dachbegrünungen speichern je nach Aufbaudicke und Substrat 50–90% der jährlichen Niederschlagsmenge. Die restliche Niederschlagsmenge kann bei Bedarf in modernen Regenwasser-Bewirtschaftungssystemen (z.B. Zisternen) gesammelt werden und steht später als Brauchwasser zur Verfügung. Qualifizierte Ansprechpartner für alle Fragen der Regenwassernutzung sind die Experten der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr).