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Förderung für Dachbegrünungen

Viele Städte und Gemeinden fördern Dachbegrünungen in unterschiedlicher Weise. Die Palette reicht von attraktiven finanziellen Zuschüssen über die Anerkennung als ökologische Ausgleichsmaßnahme bis hin zur Festsetzung von Dachbegrünungen in Bebauungsplänen. Leider gibt es in Deutschland noch keine einheitlichen Förderleitlinien für Gründächer. Jede Kommune besitzt ihren individuellen Fördermix. Der Deutsche Dachgärtner Verband informiert Sie gerne über die aktuellen Fördermaßnahmen in Ihrer Kommune.

Fördergelder für Grüne Dächer

Trotz knapper öffentlicher Mittel gewähren einige Städte direkte finanzielle Zuschüsse für Dachbegrünungen (z.B. München, Bremen). Die Fördergelder liegen häufig bei 10–20 Euro pro m² begrünter Fläche. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass vor Baubeginn beziehungsweise vor Auftragserteilung ein Förderantrag gestellt wird.

Reduzierte Niederschlagswassergebühren

Ungefähr 75 % aller deutschen Städte besitzen bereits eine gespaltene Abwassergebühr. Die Trennung in Niederschlagswasser- und Schmutzwassergebühren fördert die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung. Begrünte Dachflächen werden in der Regel als Entsiegelungsmaßnahmen anerkannt und mit einer Gebührenreduktion belohnt. Dies kann, je nach Niederschlagswassergebühr, bis zu 1 Euro pro m² und Jahr ausmachen.

Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Im Rahmen der KfW-Programme Energieeffizient Sanieren - Kredit (151, 152) und Zuschuss (430) kann bei einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder einer energetischen Einzelmaßnahme auch die Begrünung der Dachfläche gefördert werden. Gleiches gilt für die Kombination Dachbegrünung und Photovoltaik im KfW Programm Erneuerbare Energien „Standard" (274)“, wenn der Begrünungsaufbau zur durchdringungsfreien Fixierung der Photovoltaikanlage eingesetzt wird.

Festsetzung in Bebauungsplänen

Die Möglichkeit, Dachbegrünungen als Auflage im Bebauungsplan festzusetzen, wird von vielen Kommunen mit Erfolg angewandt. Auch wenn Einzelne dieses „Ökodiktat“ beklagen, der Nutzen für die Allgemeinheit ist immens. So können Abwasserkanäle und Regenrückhaltebecken geringer dimensioniert werden, da ein Großteil des Regenwassers auf den Dächern verbleibt und verdunstet oder erst mit zeitlicher Verzögerung abgegeben wird.

Ökologische Ausgleichsmaßnahme gemäß Bundesnaturschutzgesetz

Bauleitpläne können begrünte Dächer als Ausgleichsmaßnahme berücksichtigen. Der besondere Vorteil: Der ökologische Ausgleich erfolgt direkt am Ort des Eingriffes und muss nicht an anderer Stelle geleistet werden. Die minimierenden und ausgleichenden Effekte von Dachbegrünungen bei Eingriffen in die naturhaushaltlichen Funktionen von Wasser, Boden, Luft, Klima und Flora/Fauna sind unbestritten.

Investitionen in Gründächer zahlen sich aus

Begrünte Dächer rechnen sich aber betriebswirtschaftlich auch ohne kommunale Fördergelder. Dies zeigt eine Kostenstudie des Ministeriums für Bauen und Wohnen in Nordrhein-Westfalen (1998). Die Ursache liegt vor allem in der deutlich geringeren Lebensdauer unbegrünter Flachdächer und den damit verbundenen Sanierungskosten. Wer sich für die Variante „Dachgarten“ entscheidet, kann das Gartengrundstück am Boden reduzieren. Bei Baugrundpreisen von 400–600 €/m², wie sie in Ballungsgebieten keine Seltenheit sind, ist das Einsparpotential enorm. Bei aller Rechnerei darf man nicht vergessen, dass sich viele Vorteile der Dachbegrünung gar nicht in Euro und Cent angeben lassen. Dazu gehört zum Beispiel der neue Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die Verbesserung des Stadtklimas und natürlich die ansprechende Optik. Dachbegrünungen sind nachhaltige Zukunftsinvestitionen, die neben der finanziellen auch eine ökologische Rendite abwerfen.

Fördermittelanfrage

Wenn Sie als Bauherr, Architekt oder Planer mehr über die Fördermaßnahmen für Gründächer in einer bestimmten Kommune erfahren möchten, senden Sie uns bitte Ihre Anfrage.